Betreff
Umgestaltung Marktteich - Landschaftsbauarbeiten (Los 2) - Auftragsvergabe Nachtrag - Bericht über eine Eilentscheidung gemäß § 89 NKomVG
Vorlage
2019/185
Aktenzeichen
66 Gn
Art
Mitteilung

Mit Dr.-Nr.: 2017/152/3 hat der Verwaltungsausschuss die Auftragsvergabe für die Sanierung des Marktteiches in 2 Losen beschlossen.

 

Die Planungen zur Umgestaltung des Areals rund um den Marktteich sahen eine Verfüllung des Teichs vor. Hierzu wurden rd. 5.000 m³ Füllboden gebraucht.

 

Im Vorfeld zur Ausschreibung sind zwei mögliche Vorgehensweisen untersucht worden. Variante 1 war das Verfüllen des Teichs mit neu zu liefernden Boden, bei Variante 2 sollte das Material der städtischen Bodenmiete zur Verfüllung genutzt werden. Seiner Zeit wurde angenommen, dass es teurer sei, das Material aus der Bodenmiete zur Verfüllung des Marktteichs zu verwenden als neuen Füllboden liefern zu lassen. Unter Berücksichtigung der zusätzlich anfallenden Entsorgungskosten für die Bodenmiete, war es wirtschaftlich und ökologisch sinnvoller, den vorhandenen Boden zur Verfüllung des Teiches zu benutzen.

 

Nach Vorlage des Ausschreibungsergebnisses stellte sich die Situation wie folgt dar.

 

 

Variante 1

EP / m³

Variante 2

EP / m³

Günstigster Bieter

Boden liefern und einbauen

(Pos. 1.5.40)

14,80€

Boden umlagern

(Pos. 1.5.10)

2,00 €

 

 

 

Boden beproben (geschätzt)

1,50 €

 

 

 

Boden laden, transportieren und einbauen (Pos. 1.5.20 und 1.5.30)

7,00 €

Summe (netto):

Summe (brutto):

 

14,80 €

 

17,61 €

 

 

10,50 €

 

12,50 €

 

Die Variante 2 – Nutzung des Bodens aus der Bodenmiete Hildesheimer Straße 305 – war um 5,11 €/m³ günstiger als die Anlieferung von Füllboden.

 

Der gelagerte Boden erwies sich entgegen der Erwartungen als stark durchmischt mit anthropogenen Abfällen. Es wurden Beimengungen wie Metall, Beton, Asphalt, Pflaster, Holz, Wurzeln, Teppichen, Fundamente, Ziegel, Rohre u. ä gefunden, die eine zusätzliche Siebung erforderlich machten, um den Boden für die Verfüllung nutzen zu können. Dafür wurden entsprechende Nachtragsangebote eingeholt.

 

 

Variante 1

EP / m³

Variante 2

EP / m³

 

Boden liefern und einbauen

(Pos. 1.5.40)

14,80€

Boden umlagern

(Pos. 1.5.10)

2,00 €

 

 

 

Boden sieben

3,30 €

 

 

 

Bodenuntersuchungen

1,90 €

 

 

 

Boden laden, transportieren und einbauen (Pos. 1.5.20 und 1.5.30)

7,00 €

Summe (netto):

Summe (brutto):

 

14,80 €

 

17,61 €

 

 

14,20 €

 

16,90 €

 

Auch unter Berücksichtigung der Kosten für das Sieben und die Bodenuntersuchungen blieb Variante 2 – Verwendung des Bodens aus der Bodenmiete Hildesheimer Straße 305 – immer noch etwa 0,70 €/m³ günstiger als Variante 1.

 

Mit der Siebung wurde der Boden aufgelockert und anschließend wieder auf Mieten zwischengelagert, um die Mischproben zur chemisch-physikalischen Bodenanalyse zu entnehmen. Das Material lag mindestens 5-7 Tage auf der Miete, war in dieser Zeit den Witterungseinflüssen ausgesetzt und wurde zweitweise durch Niederschläge vernässt.

 

Das führte dazu, dass der Boden nicht mit optimalen Wassergehalt eingebaut und dementsprechend auch nicht ausreichend verdichtet werden konnte. Für den überwiegenden Teil der Flächen führt eine geringere Tragfähigkeit nicht zu Beeinträchtigungen. Lediglich in den Teilbereichen, in denen Betonsitzblöcke aufgestellt und Klinkerwege angelegt werden sollten, musste die erhöhte Tragfähigkeit vorhanden sein. Eine längere Unterbrechung der Arbeiten bis bessere Wetterbedingungen eintraten, war wegen des nachfolgenden Landschaftsbauarbeiten nicht möglich

 

Da diese Elemente erst in Los 2 (Landschaftsbauarbeiten) zur Ausführung kamen, sollte aus Gewährleistungsgründen auch die Bodenverbesserung bzw. der Bodenaustausch in dieses Los verlegt werden.

 

Nach Rücksprache mit dem Bodengutachter wurde festgelegt, den aufgefüllten Boden unter den Sitzelementen und Wegen so weit abzutragen, bis auf dem Planum eine Tragfähigkeit erreicht wurde. Das ausgehobene Material wurde durch Grobschotter 0/70 ersetzt, der in den Randbereichen durch ein Vlies geschützt wird. Insgesamt waren vom Bodenaustausch voraussichtlich 500 m³ Boden betroffen. Der ausgekofferte Boden wurde in der angrenzenden Fläche verteilt.

 

Die beauftragte Firma Aerzener Bau GmbH hat für diese zusätzlichen Arbeiten ein Nachtragsangebot vorgelegt, das mit Mehrkosten in Höhe von rd. 62.500 € für den Bodenaustausch abschloss. Um einen Teil der Mehrkosten aufzufangen, wurden ca. 100 m² untergeordneter Klinkerweg durch einen Schotterweg ersetzt werden. Die Einsparungen betragen etwa 6.000 €.

 

Weitere Mehrkosten (11.550 €) ergaben sich daraus, dass beim Abriss der Teichanlage weniger Betonborde erhalten werden konnten als zunächst angenommen. Dies hat zur Folge, dass auch die angrenzenden Pflasterflächen angepasst werden mussten.

 

Zusätzlich ist bei den Abrissarbeiten ein im Vorfeld nicht bekannter Schacht aufgefunden worden, der zurückgebaut werden musste und für Kabelneuverlegung wurden noch Leitungsarbeiten erforderlich.

 

Da die Summe des Nachtragsangebotes den ursprünglichen Auftrag um mehr als 10 % überschritten hat, war für die Vergabe des Nachtragsangebotes, ein Beschluss des VA notwendig. Um eine Unterbrechung der Arbeiten zu vermeiden, die zusätzliche Kosten verursacht hätte, sollte die Firma Aerzener sofort mit dem Nachtragsangebot beauftragt werden. Weil die nächste Sitzung des VA nicht abgewartet werden konnte, wurde eine Eilentscheidung des Bürgermeisters gem. § 89 NKomVG getroffen.

 

Im Auftrag

 

 

 

Axel Grüning