BezeichnungInhaltBezeichnungInhalt
Name:2017/286/2  
Art:Beschlussvorlage  
Datum:09.11.2017  
Betreff:Haushaltssatzung mit Haushaltsplan für das Haushaltsjahr 2018
- Instandsetzung der Aschebahn auf dem Sport- und Festplatz
- Stellungnahme der Verwaltung
Referenzvorlage: 2017/286
DokumenttypBezeichnungAktionen
Dokument anzeigen: Beschlussvorlage Dateigrösse: 318 KB Beschlussvorlage 318 KB

Sachverhalt:

 

Mit Drucksache 2017/255 hat der Ortsrat Gleidingen am 18.09.2017 die Instandsetzung der Aschebahn beantragt. In der Sitzung des Ortsrates ist mitgeteilt worden, dass „die Verwaltung zunächst mit der Schule und dem Verein klärt, welche Anforderungen konkret bestehen und wie oft die Anlage jeweils genutzt wird bzw. genutzt werden würde. Dann wird geprüft, mit welchem Aufwand die Instandsetzung durchgeführt werden kann“.

 

Zwischenzeitlich sind die betreffenden Nutzer mit folgenden Ergebnissen befragt worden:

 

Die Grundschule Gleidingen nutzt während der Saison den Platz etwa 2 x pro Woche. Die Schule wünscht sich die Instandsetzung der Rundlaufbahn und der Weitsprungeinrichtung.

 

Die Eberhard-Schomburg-Schule nutzt den Platz während der Saison 2 – 3 x wöchentlich. Im Falle einer Instandsetzung des Platzes an der Oesselser Straße besteht ebenfalls der Wusch nach einer Rundlaufbahn, auch wenn diese nicht DIN-gerecht ist, sowie einer Kurzstreckenbahn. Zudem würde die Schule auch die Weitsprungeinrichtung sowie den Kugelstoßring nutzen.

 

Der BSV Gleidingen hat den Wunsch nach einer Instandsetzung geäußert. Der Verein würde gern in den Sommermonaten ein – wenn auch auf Grund der baulichen Umstände eingeschränktes – Leichtathletikangebot anbieten, hierzu zählt auch Weitsprung und Kugelstoßen. Zudem würde der BSV auf diesem Platz auch gern wieder Sportabzeichen-Abnahmen durchführen. Ideal wäre eine DIN-gerechte Rundlaufbahn, ansonsten arrangiert sich der Verein auch mit einer 75m-Kurzstrecke im südlichen Bereich des Platzes

 

Kürzlich ist die Situation vor Ort mit einem Fachplaner begutachtet worden, der anschließend die u. a. Varianten A und B erarbeitet hat. Für beide Varianten gilt

grundsätzlich, dass eine normgerechte Herstellung der leichtathletischen Anlagen aus Platzgründen nicht möglich ist. Insbesondere die Rundlaufbahn wäre nach einer Instandsetzung je nach Ausbauoption maximal 335 m lang. Zudem handelt es sich bei dem Grundstück an der Oesselser Straße um eine von der Stadt Laatzen angepachtete Fläche mit relativ kurzer Kündigungsfrist. In der Vergangenheit ist bereits ein Teilstück des Sportgeländes einer anderen Nutzung zugeführt worden, weitere Teilumnutzungen können grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden. Nahezu alle Einbauten in Zusammenhang mit der Instandsetzung sind nicht ausbaufähig, um sie an anderem Ort wiederzuverwerten.

 

Nachfolgend eine inhaltliche Darstellung der sich ergebenden Varianten.

 

„Variante A“:

 

„Bei der Variante A erfolgt eine komplette Wiederherstellung der Laufbahn und der Weitsprunganlage nach den sportfachlichen Vorgaben.

 

Folgende Einzelmaßnahmen sind für die Laufbahn erforderlich:

 

-     Für eine Nutzung der Laufbahn ist die Durchführung eines Rückschnitts der Gehölze an der Nordseite sowie ein Ausbau der Ruderalpflanzen an der Westseite der Anlage erforderlich.

-     Erneuerung der Laufbahneinfassung durch Einbau eines Betonkantensteins.

-     Sicherstellung der Entwässerung der Laufbahn durch Einbau von Punkteinläufen (Einlaufkästen) mit Anschluss an einer umlaufenden Dränageleitung, die als Rohrrigole ausgebaut wird. Die Entwässerung erfolgt damit über eine Versickerung. Hierfür ist ein Erlaubnisantrag nach Niedersächsischem Wassergesetz (NWG) bei der Unteren Wasserbehörde der Region Hannover erforderlich.

-     Erneuerung der Tennendeckschicht der Laufbahn. Für die Erneuerung der Laufbahndecke ist ein Ausbau der vorhandenen Grasnarbe einschließlich oberste Deckschicht erforderlich. Anschließend sollte eine Lockerung des technischen Aufbaus der Laufbahn mit anschließendem Walzen und Egalisieren (Planum herstellen) erfolgen.

-     Abschließend erfolgt der Auftrag der Tennendeckschicht in einer Stärke von 4,00 cm. Um die benötigte Festigkeit der Deckschicht zu erreichen muss nach dem Einbau über einen Zeitraum von ca. 3 Wochen regelmäßig ein Pflegedurchgang mit walzen, egalisieren durchgeführt werden. Bei Trockenheit muss die Deckschicht gewässert werden.

 

Folgende Einzelmaßnahmen sind für die Sanierung der Weitsprunganlage erforderlich:

 

-       Überarbeitung der Weitsprunggrube einschließlich Ausrichtung der schrägstehenden Einfassungssteine.

-       Einbau eines Betonkantensteins als Einfassung der Laufbahn.

-       Einbau von Punkteinläufen mit Anschluss an die Entwässerung der Laufbahn.

-       Erneuerung der Tennendeckschicht.

-       Erneuerung des Absprungbalkens.

-       Einbau einer Mähkante im Bereich der Weitsprunggrube und der Anlaufbahn um das Einwachsen von Gras aus den angrenzenden Rasenflächen zu vermeiden.“

 

Die Kostenermittlung der Variante A hat rund 59.000 € ergeben. Hierin enthalten sind noch nicht die Kosten der Projektbetreuung, evtl. Mehraufwand für Sonderentsorgungen, Genehmigungsverfahren, Instandsetzung der Flutlichtmaste sowie des Ballfangzaunes an der Ostseite, insofern ist mit Kosten in Höhe von möglicherweise ca. 75.000 € zu rechnen. Eine genauere Festlegung wäre erst nach einer eingehenderen Untersuchung möglich. Zudem ist mit einem zusätzlichen jährlichen Pflegeaufwand in Höhe von rund 4.500 € zu rechnen.

 

„Variante B“:

 

-       „Variante B beschränkt sich auf die Erneuerung der Tennendeckschicht im Bereich der südlichen Längsseite der Laufbahn. Die Überarbeitung erfolgt zum Ausbau der Laufbahn als Kurzstreckenlaufbahn für Kurzstreckenläufe von maximal 75 m. Die Gesamtlänge der Laufbahn beträgt mit Aufstell- und Auslaufbereich 90 m. [Anmerkung: Der Auslauf liegt bereits im Kurvenbereich]

-       Die vorhandene Breite der Laufbahn bleibt erhalten und ist damit für 4 Einzellaufbahnen geeignet.

-       Die übrige Nutzung der Laufbahn wird aufgegeben und als Rasenfläche hergestellt.

-       Bei dieser Variante wird auf den Einbau einer Einfassung sowie Sicherstellung der Entwässerung verzichtet. Hierdurch ist mit Nutzungseinschränkungen nach Niederschlägen und Einwachsen von Gras und Kräutern aus den angrenzenden Rasennebenflächen zu rechnen.

 

Folgende Einzelmaßnahmen sind für die Variante B erforderlich:

 

-       Ausbau der vorhandenen Grasnarbe im Laufbahnbereich. Noch vorhandene Reste der ehemaligen Tennendeckschicht bleiben erhalten. Der technische Aufbau der Laufbahn sollte bis in die ungebundene Tragschicht gelockert werden (Tiefe ca. 20 cm). Die oberste Schicht aus Tragschicht- und Tennendeckschichtmaterial sollte mit einer Kreiselegge zusätzlich gelockert und vermischt werden,

-       anschließend muss die Tragschicht mit einer Glattmantelwalze verdichtet (keine Dynamische Verdichtung) und egalisiert werden (Herstellung des Planums).

-       Auftrag der neuen Tennendeckschicht in einer Stärke von 4,00 cm.

-       Um die benötigte Festigkeit der Deckschicht zu erreichen muss nach dem Einbau über einen Zeitraum von ca. 3 Wochen regelmäßig ein Pflegedurchgang mit walzen und egalisieren durchgeführt werden. Bei Trockenheit muss die Deckschicht gewässert werden.

-       Im Bereich der nicht mehr genutzten Laufbahn kann nach Lockerung des technischen Aufbaus zusätzlich Oberboden aufgetragen (Schichtstärke 10 cm) und anschließend mit Rasen angesät werden. Bei diesen Arbeiten ist darauf zu achten, dass eine Verzahnung zwischen Laufbahn und Oberboden erreicht wird, um eine Wasserabführung in den Untergrund zu erhalten (Vermeidung eines Kapillarbruchs).“

 

Die Kostenermittlung der Variante B hat ca. 8.700 € ergeben. Wie bei Variante A sind hierin noch nicht enthalten die Kosten der Projektbetreuung, evtl. Mehraufwand für z. B. Genehmigungsverfahren, Instandsetzung der Flutlichtmaste sowie des Ballfangzaunes an der Ostseite. Insofern müsste ohne eingehendere Untersuchung mit Kosten in Höhe von bis zu 15.000 € gerechnet werden. Zudem ist mit einem zusätzlichen jährlichen Pflegeaufwand in Höhe von rund 3.000 € zu rechnen.

 

Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass sowohl für die schulische Nutzung als auch für die Nutzung durch Sportvereine grundsätzlich auch die Rundlaufbahnen und leichtathletischen Einrichtungen an der Sportanlage Erbenholz sowie am Erich Kästner-Schulzentrum (hier Kunststoff-Rundlaufbahn) zur Verfügung stehen.

 

Im Auftrag

 

 

 

 

Stefan Zeilinger


Beschlussvorschlag:

 

Die Instandsetzung der Aschebahn auf dem Sport- und Festplatz Gleidingen soll nach Variante B erfolgen.

 

Haushaltsmittel in Höhe von 15.000 € sind über die Veränderungsliste in den Haushalt 2018 einzustellen.