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Name:2016/322/29  
Art:Beschlussvorlage  
Datum:09.02.2017  
Betreff:Haushalt 2017
Förder-Programm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen
und Jugend für Familien mit Flucht und/oder Zuwanderungsgeschichte
- Interessenbekundungsverfahren
Referenzvorlage: 2016/322
DokumenttypBezeichnungAktionen
Dokument anzeigen: Beschlussvorlage Dateigrösse: 268 KB Beschlussvorlage 268 KB

Sachverhalt:

 

In den letzten zwei Jahren hat die Stadt Laatzen ca. 900 geflüchtete Menschen aufgenommen. Viele Menschen kommen aus Syrien und dem Irak. Davon sind 120 Kinder im Alter von 0 – 17 Jahren. Durch den Nachzug der Familien werden noch weitere Kinder erwartet.

 

Daneben werden in den Laatzener Kindertagesstätten zahlreiche Kinder aus benachteiligten Familien bzw. Familien mit besonderen Zugangsschwierigkeiten in das deutsche Bildungssystem betreut. Wie im Kindergartenbedarfsplan (Dr.-Nr.: 2016/300) geschildert, steigt der Sprachförderbedarf kontinuierlich an. Darüber hinaus liegt der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund in sieben Kindertagesstätten zwischen 63 und 97 %. Insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden Zahl von Kindern mit Fluchterfahrung hat der Bund kurzfristig drei Programme auf den Weg gebracht, die das Ziel haben, die gesellschaftliche Teilhabe und Integration von Familien mit Fluchterfahrung und Familien mit besonderen Zugangsschwierigkeiten in das Bildungssystem zu fördern.

 

Die Inhalte und Rahmenbedingungen der drei Programme können der nachfolgenden Übersicht entnommen werden.

 

 

Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung

Starke Netzwerke Elternbegleitung für geflüchtete Familien

Verbesserung der Qualität in Kitas (QuiK)

 

Laufzeit

Frühjahr 2017 – Ende 2020

04/2017 – 12/2020

2017 – 12/2021

Antragsteller

Örtlicher Jugendhilfeträger

Freie oder öffentliche Träger mit Einrichtungen der Kinder-Jugend-und Familienhilfe

Örtlicher Jugendhilfeträger

Zielgruppen

Familien mit Kindern im Alter von 0 -3 Jahren, die (noch) keine Kita besuchen

Kinder aus Kitas und Schulen und ihre Eltern

Träger von Kitas, in denen Kinder mit Fluchterfahrung betreut werden und Kinder mit Migrationshintergrund, in deren Familien nicht vorrangig Deutsch gesprochen wird

Angebote

Additive frühpädagogische Angebote für Kinder und Eltern als Vorbereitung und Einstieg in die Kita;

Qualifizierungsmaßnahmen für pädagogische Fachkräfte in den kooperierenden Einrichtungen

Niedrigschwellige Beratungs- und Begleitungsangebote für

Eltern

 

Zusätzliche pädagogische Fachkräfte in den Kitagruppen nach § 4 KitaG

Personelle

Ausstattung

1 Stelle Netzwerkkoordination (0,5)

(max.) 4 weitere Fachkräfte (je 0,5)

1 Stelle für die Koordination (0,25)

Bedarfsorientierter Einsatz (s.o.)

Förderung

max. 150.000 € pro Jahr (Personal – und Sachkosten) als nicht rückzahlbarer Zuschuss

max. 50.000 € pro Jahr (Personal – und Sachkosten)

Für jeweils 2 Jahre als Festbetragsfinanzierung

ca. 469.800,00 € pro Jahr

 

(gilt für 2017 und 2018; für 2019-2021 ist beabsichtigt die Mittel zu erhöhen)

(Vorbehaltlich der Zustimmung durch den Landtag am 21.02.17)

 

Eigenmittel

10% der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben (z.B. durch Abstellung vorhandener personeller Ressourcen

oder geldwerte Leistungen)

10% der zuwendungsfähigen Ausgaben

 

Voraussetzungen

Verzahnung  mit Angeboten der frühen Hilfen, des Bundesprogramms Sprach-Kitas, Soziale Stadt;

Kooperationen mit Kitas („Anker-Kitas“)

Bereits zertifizierte

ElternbegleiterInnen; Erfahrungen in der Flüchtlingsarbeit; Netzwerkstrukturen;

mind. 3 Netzwerkpartner

Abstimmung mit allen Trägern von Kitas in der Kommune

Verfahren

1.    Interessensbekundung bis 17.02.2017

2.    Antragstellung nach Aufforderung durch den Bund

1.    Interessensbekundung bis 17.02.2017

2.    Antragstellung nach Aufforderung durch den Bund

Antragstellung bis 30.06.17 bei der Nds. Landesschulbehörde

Anmerkung

 

 

Richtlinie ist noch nicht durch den Landtag verabschiedet

 

Es ist sinnvoll, sich an den drei Programmen zu beteiligen, weil sie die bestehenden Angebote in der Stadt Laatzen ergänzen und erweitern. Alle Programme unterstützen die Integration von Kindern und ihren Familien und wirken herkunftsbedingten Bildungsbenachteiligungen entgegen.

 

·         Das Programm „Kita-Einstieg“ schließt eine Lücke im derzeitigen Betreuungsangebot, weil es sich an Familien mit Kindern von 0-3 Jahren richtet, die nicht in der Kita sind und i.d.R. keinen Vorrang bei der Vergabe von Krippenplätzen haben. Die Krippenplätze werden vorrangig von Kindern berufstätiger Eltern besucht.

 

·         Das Programm „Elternbegleitung“ greift auf bestehende Strukturen (bereits etablierte Netzwerkstrukturen) und Angebote (Rucksack, Griffbereit, ErWin, Frühe Hilfen) zurück und ergänzt diese sinnvoll.

 

·         Das Programm „Qualität in Kitas“ ermöglicht den Einsatz zusätzlicher Fachkräfte in Einrichtungen, die besonders viele Kinder mit Migrationshintergrund betreuen.

 

Aufgrund der engen Zeitvorgaben wurden für die beiden Programme „Kita-Einstieg“ und „Elternbegleitung“ entsprechende Interessenbekundungen abgegeben. Diese haben jedoch für die Stadt keinen bindenden Charakter und könnten jederzeit zurückgezogen werden.

 

Die Koordination der Programme „Kita-Einstieg“ und „Elternbegleiter“ kann mit ca. 10 Stunden an die Koordinationsstelle der bereits existierenden Angebote angeschlossen werden. Die zertifizierten Elternbegleiterinnen der Kita Wülferoder Str. und der Grundschule Im Langen Feld können im Rahmen zusätzlicher Stunden über das Programm „Elternbegleiter“ tätig werden. Die weiteren Stellen müssen in den Stellenplan aufgenommen werden. Zusätzliche Aufgaben fallen im Bereich der Verwaltung für die Administration an: Mittelverwaltung, Monitoring, Personalmanagement.

 

Projektbezogene Sachmittel (Materialien zur Umsetzung von Betreuungsangeboten, Honorare u. ä.) sind in den Projektmitteln enthalten.

 

Im Auftrag

 

 

 

Thomas Schrader

 


Beschlussvorschlag:

 

Der Bürgermeister wird beauftragt, im Fall der Aufforderung durch den Bund am Antragsverfahren für die Bundesprogramme

 

-       „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ und

-       „Starke Netzwerke Elternbegleitung für geflüchtete Familien“

 

teilzunehmen, sowie Mittel im Rahmen des Bundesprogramms für die Integration der Flüchtlinge im Bereich der frühkindlichen Bildung nach Inkrafttreten der „Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Verbesserung der Qualität in Kindertagesstätten (QuiK)“ des Landes Niedersachsen zu beantragen.

 

Die erforderlichen, für die Dauer der Projekte befristeten Stundenaufstockungen sowie die zusätzlichen Stellen sind in den Stellenplan 2017 ff. aufzunehmen. Die Haushaltsansätze sind entsprechend anzupassen.