Betreff
Sonderöffnungszeiten in Laatzener Kindertagesstätten
Vorlage
098/2008/2
Art
Mitteilung
Referenzvorlage
Untergeordnete Vorlage(n)

Seit dem 01.08.2008 wird in den Kindertageseinrichtungen von montags bis freitags im unmittelbaren Anschluss an das Ende der regulären Öffnungszeit eine Sonderöffnungszeit (Spätdienst) im Umfang von einer Zeitstunde täglich angeboten. Gemäß Ratsbeschluss ist die Regelung zunächst im Rahmen einer Erprobungsphase befristet bis zum 31.07.2010, ein Erfahrungsbericht sollte bis Ende 2009 vorgelegt werden.

 

Das Angebot richtet sich vornehmlich an die Kinder berufstätiger Mütter und Väter, um den Eltern eine größere Flexibilität insbesondere im Hinblick auf die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie bieten zu können.

 

Die Eltern können im Voraus Stundenkontingente in 10er-Margen zu je 3,00 Euro je Stunde erwerben. Die Geschwisterregelung, Freistellungen im Rahmen der wirtschaftlichen Jugendhilfe und die Freistellung aufgrund der gesetzlichen Vorgaben für die Kinder im letzten Kindergartenjahr vor Eintritt der Schulpflicht, sofern deren tägliche Gesamtbetreuungszeit nicht 8 Stunden überschreitet, bleiben hiervon unberührt.

 

Nicht verbrauchte Stunden verfallen erst mit dem Ende des Betreuungsvertrages.

 

Die Betreuung wird durch das Stammpersonal abgedeckt, da diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Kindern bekannte Bezugspersonen sind.

 

Das Angebot wurde bislang in 7 städtischen Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagesstätte der Arbeiterwohlfahrt eingeführt. Da die Kindertagesstätte Sudewiesenstraße ohnehin eine Betreuungszeit bis 20.30 Uhr anbietet, ist sie nicht in diese Betrachtung einbezogen worden, aber auch dort müssen alle nach dem 01.01.2009 Aufgenommenen für die Inanspruchnahme des Spätdienstes Kontingente erwerben.

 

Es hat sich gezeigt, dass der Spätdienst weitaus weniger in Anspruch genommen wird, als dies auf Grund der Forderungen aus den Elternbeiräten anzunehmen war. Selbst in der Kita Gleidingen, deren Elternschaft die Diskussion zur Einführung des Angebotes ausgelöst hatte, wurden nur für  5 Kinder Stundenkontingente erworben.

 

Die nach einjährigem Erprobungszeitraum durchgeführte Auswertung ergab, dass der Spätdienst im Zeitraum vom 01.08.2008 bis zum 31.07.2009 von insgesamt 76 Kindern in Anspruch genommen wurde. Es wurden 436 Betreuungsstunden geleistet, pro Stunde wurden durchschnittlich 1,72 Kinder betreut. Die Einzelergebnisse können der beigefügten Aufstellung entnommen werden.

 

Die Personalkosten für die zusätzlich geleisteten Stunden beliefen sich auf rund 8.300 €. Vereinnahmt wurden für die geleisteten Betreuungsstunden rund 2.200 €. Deckungsgrad =26,5%

 

Vor diesem Hintergrund beabsichtige ich das Angebot zunächst bis zum Ende der beschlossenen Erprobungsphase mit den nachfolgend genannten Modifikationen fortzuführen:

 

Bei regelmäßiger Inanspruchnahme, die einen nahezu durchgängigen Spätdienst an den Öffnungstagen erfordert, wird der jeweiligen Einrichtung ein Stundenkontingent von 5 Wochenstunden gewährt. Diese Stunden sind einer Mitarbeiterin bzw. einem Mitarbeiter zu übertragen, die bzw. der den Spätdienst abzudecken hat. Somit sind in diesen Fällen keine umfänglichen Vertretungen durch Springkräfte erforderlich.

 

Bei geringer Inanspruchnahme ist die Spätdienstbetreuung durch die Ganztagskräfte abzudecken. Die geleisteten Stunden werden als Überstunden erfasst. Die Abdeckung des Zeitausgleiches erfolgt durch eine Springkraft.

 

Sofern ein Kind in den Kindertagesstätten ohne Ganztagsgruppe die Betreuung an regelmäßig wiederkehrenden Tagen mehrmals wöchentlich benötigt, ist darauf hinzuwirken, dass ein Wechsel in eine Einrichtung mit Ganztagsangebot erfolgt. Unter finanziellen Gesichtspunkten wäre dies für die Eltern auch kostengünstiger.

 

Die Regelungen zur Durchführung des Spätdienstes in den städtischen Kindertagesstätten und Kindergärten bleiben unverändert.

 

 

In Vertretung

 

 

 

Arne Schneider