Betreff
Realisierungswettbewerb "Bildungs- und Gesundheitszentrum"
- Auslobung -
Vorlage
159/2009
Art
Beschlussvorlage

Sachverhalt:

 

Schon im Zusammenhang mit dem Bau des Rathauses im Jahr 1971 war ursprünglich als zweiter Bauabschnitt ein Bürgerhaus mit Räumen für Freizeit, Jugend, ältere Menschen und Kultur vorgesehen. Ein Teil der Räumlichkeiten für diese Nutzungen sind im Rahmen der Errichtung des Erich Kästner Schulzentrums geschaffen worden, „da die Entfernung zwischen Schulzentrum und Marktplatz etwa 200 bzw. 300m beträgt“; vgl. Drucksache vom 04.03.1971.

 

In der darauf folgenden Zeit sind immer wieder verschiedene Entwürfe für ein Bürgerhaus erstellt und diskutiert worden. Die Notwendigkeit einer solchen Einrichtung ist erneut im Zusammenhang mit den Analysen und Untersuchungen im Rahmen der Vorbereitung der Stadtmodernisierung in Laatzen-Mitte deutlich geworden. Daher fand der Bau eines Bürgerzentrums Aufnahme in den vom Rat beschlossenen städtebaulichen und den sozialen Rahmenplan (Drucksache 93/2006) sowie in das daraus abgeleitete Integrierte Handlungskonzept (Drucksache 93a/2006).

 

Um eine hohe architektonische und gestalterische Qualität für das Bildungs- und Gesundheitszentrum zu erhalten, soll ein Realisierungswettbewerb durchgeführt werden. Mit der Drucksache 020/2009 hat der Rat bereits beschlossen, dass die Projektskizze „Bürgerhaus Laatzen“ einschließlich des Raumprogramms Grundlage für den Realisierungswettbewerb ist. Das Raumprogramm wurde lediglich dahingehend erweitert, dass nunmehr auch eine Hausmeisterwohnung vorgesehen ist.

 

In den beiliegenden Auslobungsbedingungen wird detailliert beschrieben und festgelegt, welche Leistungen von den teilnehmenden Planungsbüros erwartet werden. Der Wettbewerb soll in Abstimmung mit der Architektenkammer durchgeführt werden.

 

Die Auslobung - Teil A beschreibt die Wettbewerbsbedingungen. Hierzu gehören die Qualifikation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, das Preisgericht, die Wettbewerbssumme, die Abgabemodalitäten, die Zusage der weiteren Beauftragung etc. Darüber hinaus regelt Teil A der Auslobung verbindlich Art und Umfang der einzureichenden Unterlagen sowie den Terminrahmen. Die Auslobung - Teil B erläutert die Aufgabe anhand eines verbindlichen Raumprogramms und von Planunterlagen, die die örtliche Situation veranschaulichen.

 

Die so genannte Vorprüfung kontrolliert einerseits die formalen Bedingungen wie die fristgerechte Einlieferung, Vollständigkeit der Unterlagen, andererseits auch die fachlichen Inhalte aller Arbeiten, wie Funktionszusammenhänge, Wirtschaftlichkeit, Belange des Baurechts, Erfüllung des Raumprogramms usw. Die Ergebnisse dieser Prüfung werden dem Preisgericht in Form eines objektiven Vorprüfungsberichts zur Verfügung gestellt und erlauben den Preisrichterinnen und -richtern eine umfassende Beurteilung sämtlicher Arbeiten, ohne alle Inhalte selbst vertieft überprüft zu haben.

 

Das Preisgericht beurteilt in einer eintägigen Sitzung die anonymen, durch Tarnziffern gekennzeichneten Wettbewerbsbeiträge. Unter Zugrundelegung des Vorprüfungsberichtes wird zunächst über die formale Zulassung der Arbeiten befunden. In einzelnen Wertungsrundgängen werden die Arbeiten in negativer Auswahl soweit ausgeschieden, bis eine engere Wahl von Arbeiten in der Beurteilung verbleibt. Unter diesen Arbeiten wird eine Rangfolge von Preisen und Anerkennungen festgelegt und eine Empfehlung zur weiteren Beauftragung ausgesprochen. Die Arbeit des Preisgerichts endet mit dem Öffnen der verschlossenen Erklärungen der Verfasserinnen und Verfasser sowie dem Versand des Preisgerichtsprotokolls an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Entscheidung des Preisgerichts ist endgültig. Einsprüche sind nur gegen Verfahrensfehler möglich.

 

Die Stadt Laatzen ist gewillt, soweit und sobald das Bildungs- und Gesundheitszentrum realisiert wird, der 1. Preisträgerin/dem 1. Preisträger die weitere Bearbeitung der Aufgabe unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Preisgerichts zu übertragen (Leistungsphase 2-4 HOAI i. d. F. BR v. 12.06.2009). Wird die Wettbewerbsaufgabe nicht realisiert, verbleiben auch für die Stadt Laatzen keine weitergehenden Pflichten gegenüber den Preistragenden.

 

Die Veröffentlichung des Wettbewerbsergebnisses schließt das Verfahren ab. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten das Preisgerichtsprotokoll über das Ergebnis des Wettbewerbs und werden über Ort und Zeit der öffentlichen Ausstellung aller Wettbewerbsarbeiten informiert.

 

Die Zusammensetzung des Preisgerichts soll gemäß der nicht öffentlichen Drucksache 169/2009 vom Verwaltungsausschuss bestimmt und mit der Veröffentlichung der Wettbewerbsunterlagen bekannt gegeben werden.

 

Die Errichtung des Bildungs- und Gesundheitszentrums soll zu zwei Dritteln aus Mitteln der Städtebauförderung und zudem aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), für die ein entsprechender Antrag gestellt wurde (Drucksache 186/2007), finanziert werden.

 

Im Auftrag

 

 

 

 

Dürr

 

 

 

Anlage

 

Beschlussvorschlag:

 

Der Realisierungswettbewerb soll insbesondere ein Ergebnis liefern hinsichtlich

·        einer städtebaulichen Lösung für den gesamten Marktplatz mit einem neu strukturierten repräsentativen Stadtplatz,

·        der Konzeption einer Bebauung des Marktplatzes mit einem Bildungs- und Gesundheitszentrum, einem Medienzentrum sowie kommerzieller Gastronomie und Gewerbe in mehreren Realisierungsabschnitten,

·        eines Gebäudeentwurfs für das Bildungs- und Gesundheitszentrums einschließlich einer detaillierten Kostenberechnung.

 

Der Wettbewerb ist auf der Grundlage des Auslobungstextes und der Auslobungsbedingungen (Anlage) durchzuführen.