Betreff
Menschen ohne festen Wohnsitz in Laatzen
- Anfrage der Gruppe SPD / Bündnis 90/Die Grünen / Die Linke -
- Stellungnahme der Verwaltung -
Vorlage
2017/174/1
Art
Mitteilung
Referenzvorlage

 

Die Fragen zum Thema Obdachlosigkeit in Laatzen können wie folgt beantwortet werden:

 

1.         Wie hoch ist aktuell die Anzahl der obdachlosen Menschen in Laatzen und wie werden diese betreut?

Antwort:

Derzeit sind in Laatzen insgesamt 391 Personen zur Vermeidung von akuter Obdachlosigkeit in angemieteten und gekauften Wohnungen und Gemeinschaftsunterkünften untergebracht.

Von diesen 391 Personen sind 52 Personen Deutsche oder EU‑Bürger. Die übrigen 339 Personen sind größtenteils anerkannte Bürgerkriegsflüchtlinge und deren Familien (Familiennachzug).

Betreut werden die anerkannten Flüchtlinge durch vier Flüchtlingssozialarbeiterinnen mit insgesamt 156 Wochenstunden. Die Mitarbeiterinnen beraten und unterstützen sowohl Asylbewerber als auch  anerkannte Flüchtlinge und deren Familien, die im Familiennachzug nach Laatzen kommen in allen Fragen des Alltags und leisten Unterstützung bei der Wohnungssuche und dem anschließenden Übergang in privaten Wohnraum.

Im "klassischen" Obdachlosenbereich kümmert sich der Soziale Dienst um die Wohnungslosen oder von Wohnungslosigkeit bedrohten Menschen. Ziel der städtischen Aktivitäten im Bereich des Sozialen Dienstes ist es Wohnungsverluste durch Aktivierung der Selbsthilfe der Betroffenen oder durch präventive Maßnahmen zu verhindern und teure Unterbringungen in Gemeinschaftsunterkünften zu vermeiden. Die Reaktivierung der Selbsthilfekräfte erfolgt durch aufsuchende Hilfe, sozialarbeiterische und hauswirtschaftliche Falldiagnose, Beratung und durch unterstützende personenbezogene und wirtschaftliche Hilfen, um die Menschen dauerhaft mit angemessenem Wohnraum in normalen Mietverhältnissen zu versorgen.

Die Aufgaben des Sozialen Dienstes werden bei der Stadt Laatzen durch zwei Diplom‑Sozialarbeiterinnen mit insgesamt 60 Wochenstunden wahrgenommen.

2.         Wie viele Zwangsräumungen gab es in den Jahren 2015 und 2016?

Antwort:

Im Jahr 2015 wurde der Soziale Dienst über 87 Räumungsverfahren informiert, in 19 Fällen kam es zu konkreten Räumungsterminen. In Obdachlosenunterkünften mussten 4 Haushalte untergebracht werden.

Im Jahr 2016 wurde der Soziale Dienst über 64 Wohnungsnotfälle informiert. Es kam in 16 Fällen zu konkreten Räumungen. Eine Familie musste in einer Obdachlosenunterkunft untergebracht werden.

3.         Zu wie vielen Stromsperren, Gasabschaltungen sowie Abstellungen von Wasser und Fernwärme kam es in den Jahren 2015 und 2016?

Antwort:

Diese Zahlen werden von der Stadt Laatzen nicht statistisch erfasst, da es keine Verpflichtung gibt diese zu melden oder aber die Stadt Laatzen bei den Absperrungen bzw. Wiederanschaltungen zu beteiligen. Daten über die jeweiligen Absperrungen von Strom, Wasser, Fernwärme und Gas werden nur bei den jeweiligen Grundversorgern erhoben. Die Daten wurden bei den jeweiligen Versorgern angefragt liegen aber noch nicht vor. Sobald die Daten vorliegen werden sie mitgeteilt.

 

 

 

 

Jürgen Köhne