Betreff
Schulentwicklungsplanung - Raumsituation der Schulen
Vorlage
2016/158
Art
Mitteilung

Mit dieser Drucksache wird in komprimierter Form ein Überblick über die Raumsituation in den Schulen, die in der Trägerschaft der Stadt Laatzen stehen, gegeben. Ausgenommen ist die Schule Am Kiefernweg, die bekanntermaßen in den kommenden Jahren ausläuft.

 

Die in den Listen angegebenen Orientierungswerte wurden aus den Standard-Raumprogrammen der Landeshauptstadt Hannover übernommen. Dort wurden bereits Zielvorstellungen hinsichtlich der inklusiven Beschulung formuliert, die in den kommenden Jahren schrittweise bei Neu- Umbau-, Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen erreicht werden sollen. Für Laatzen sind daneben insbesondere die sich aus den Schülerzahlprognosen (Drucksache 2015/311) ergebende Raumbedarfe zu berücksichtigen. Die jeweils vollständigen Raumprogramme mit detaillierten Flächenangaben und konkreten Vorschlägen werden noch gesondert vorgelegt. Hinsichtlich der Barrierefreiheit wurde mit Drucksache 2016/130/1 berichtet, dass die Verwaltung mit allen Schulen individuell prüft, wie diese erreicht werden kann, sofern sie noch nicht gegeben ist.

 

Zu den einzelnen Schulen ist ergänzend Folgendes zu berichten:

 

Grundschule (GS) Pestalozzistraße

 

Die GS Pestalozzistraße hat mitgeteilt, dass sie im Sommer 2016 voraussichtlich in allen Jahrgängen vierzügig sein wird, was u. a. auf die Doppelzählung von Inklusionskindern bei der Klassenbildung zurückzuführen sein wird. Diese Klassenverbände werden zwar alle im Bestand unterzubringen sein, allerdings wird ein bisher für Ganztagsangebote genutzter AUR dem Ganztagsbetrieb nicht mehr zur Verfügung stehen. Der GS fehlen ferner verschiedene kleine Differenzierungsräume (auch Therapie- und Pflegeraum). In diesem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen, dass die vorhandenen Differenzierungsräume für einige AUR zu weit entfernt sind, was Aufsichts- und Zeitprobleme bereiten kann.

 

Ein weiteres großes Problem der GS ist die geringe Kapazität der Mensa. Diese wurde 2004/05 für den beginnenden Ganztagsbetrieb eingerichtet. Inzwischen ist die Zahl der Essenteilnehmer/innen so hoch, dass ein Vierschicht-Betrieb organisiert werden musste und zusätzlich die Küche im Erdgeschoss des Neubaus als Speiseraum mitgenutzt wird. Die GS hat nachdrücklich darum gebeten, eine ausreichend dimensionierte Mensa zu bekommen, was durch Umbau im Bestand möglich sein könnte. Gegen eine Mitbenutzung der Mensa im Erich Kästner-Schulzentrum hat die GS pädagogische und organisatorische Gründe benannt.

 

Aufgrund der steigenden Zahl der Lehrkräfte einschließlich der Förderschul-Lehrkräfte und der Schulbegleitungen sind außerdem der Platzbedarf im Lehrerzimmer sowie die Anzahl und Ausstattung der Sanitäreinrichtungen zu prüfen und ggs. anzupassen.

 

GS Im Langen Feld

 

Die GS Im Langen Feld wird im Sommer 2016 einen zusätzlichen Klassenverband haben, für den ein AUR benötigt wird. Grundsätzlich ist dieser AUR vorhanden. Er wird jedoch bislang als Hortraum genutzt. Um den schulischen „Eigenbedarf“ zu decken, wird derzeit eine Verlagerung des Horts in das Gebäude der Förderschule Am Kiefernweg und alternativ das Umsetzen eines der frei werdenden (gekauften) Raum-Module von der AES auf das Gelände der GS Im Langen Feld geprüft. Wenn der benötigte Raum der Schule wieder zur Verfügung steht, wird es durch einen Ringtausch möglich, alle Fachräume im Erdgeschoss unterzubringen und auf diese Weise barrierefrei erreichbar zu machen. Unabhängig hiervon fehlen der GS verschiedene Differenzierungsräume, auch für die Sprachlernklasse, und der Platzbedarf im Lehrerzimmerbereich einschließlich der Sanitäreinrichtungen ist zu prüfen und ggs. anzupassen.

 

Zur Umwandlung in eine Ganztagsschule gibt es hier nach wie vor keine schulischen Bestrebungen.

 

GS Grasdorf

 

Die GS Grasdorf wird voraussichtlich mittel- bis langfristig zweizügig bleiben. Daher sollte der aus Raum-Modulen bestehende, gemietete, AUR durch eine dauerhafte Lösung ersetzt werden. Da zudem ein Werkraum und verschiedene Differenzierungs- und Besprechungsräume fehlen bzw. nicht barrierefrei erreichbar sind, besteht auch insoweit Handlungsbedarf. Gleiches gilt für die Einrichtung eines ausreichend bemessenen Behinderten-WC’s. Im Falle baulicher Veränderungen sollte auch eine Lösung für den derzeit ebenfalls in gemieteten Raum-Modulen untergebrachten Hort gefunden werden.

 

Hinsichtlich des Themas „Ganztagsschule“ hat die GS mitgeteilt, dass eine Abfrage vor 2 Jahren bei den Eltern in Grasdorf zu einem ablehnenden Ergebnis geführt hat. Als Hauptgründe wurden genannt mangelnde Qualität der Betreuung, keine Öffnung in den Ferien, keine festen Betreuungsgruppen.

 

GS Rethen

 

Die GS Rethen rechnet aktuell damit, dass zum Schuljahr 2016/17 ein 15. Klassenverband gebildet wird, was u. a. mit der Zahl der Inklusionskinder zusammenhängt. Sofern dies eintritt, wird der zurzeit im Rahmen des Ganztagsbetriebs als Bewegungsraum genutzte AUR im Altbau nicht mehr für diese Nutzung zur Verfügung stehen können. Dieses Angebot müsste je nach Wetter dann in die Sporthalle oder in den Außenbereich verlagert werden.

 

Der rechnerische Bedarf an Differenzierungsräumen könnte durch Umbauten im Bestand, z. B. die Verlagerung des Werkbereichs in die bisher ungenutzten Flächen im Erdgeschoss des Altbaus und bei sinkenden Schülerzahlen durch Umnutzung frei werdender AUR gedeckt werden. Bei der ohnehin erforderlichen Sanierung der Sanitäranlagen könnte auch der Hygiene-/Pflegeraum berücksichtigt werden.

 

Hinsichtlich der Mensa wird auf die Erläuterungen in der Drucksache 2016/130/1 verwiesen.

 

GS Gleidingen

 

Die derzeit im Bau befindlichen zwei AUR als Ersatz für die dem Hort überlassenen AUR sollen Ende Juni 2016 fertig gestellt werden. Damit kann der übergangsweise als AUR genutzte Musikraum wieder als solcher genutzt werden. Hinsichtlich der im Rahmen der Inklusion benötigten Therapie- und Pflegeräume wurden bereits Gespräche mit der Region Hannover als Schulträger für die Eberhard-Schomburg-Schule aufgenommen. Dort sind bereits solche Räume vorhanden, die eventuell im Bedarfsfall von der GS mit genutzt werden könnten.

 

Zur Umwandlung in eine Ganztagsschule gibt es hier nach wie vor keine schulischen Bestrebungen.

 

GS Ingeln-Oesselse

 

Die GS Ingeln-Oesselse besitzt keine Raumreserven für die sich aus der Inklusion ergebenden Bedarfe. Unabhängig hiervon gibt es keine ausgewiesenen Musik- bzw. Werkbereiche. Die seinerzeitigen Planungen für die Aula sahen vor, insbesondere den Bühnenbereich hierfür multifunktional zu nutzen. Dies hat sich in der Praxis allerdings als nicht zweckmäßig erwiesen. Auch der Verwaltungsbereich bedarf einer Überplanung und ggs. Verbesserung. Entsprechend der Drucksache 2016/016/4 wird hierbei auch der Raumbedarf für den Hort mit einbezogen. Es bietet sich ferner an, auch die Zukunft des Seniorentreffs mit zu berücksichtigen.

 

Zur Umwandlung in eine Ganztagsschule läuft derzeit ein schulinterner Meinungsbildungsprozess, dessen Ergebnis noch nicht bekannt ist.

 

GS Rathausstraße

 

Im Zuge der im Sommer 2016 beginnenden Sanierung des B-Traktes (Hauptgebäude) können die bestehenden Raumbedarfe abgedeckt werden. Mit dem dabei vorgesehenen Einbau eines Personenaufzugs und dem Durchstich zum Verbindungsgang im I. OG werden sowohl der B-Trakt als auch der C- (JUKA/Hort), und D-Trakt (Ex-Hauptschule) vollständig rollstuhlgerecht erreichbar sein. Die in der Liste dargestellte Raum-Situation beschreibt bereits den Zustand nach Abschluss der Maßnahmen und zwar ohne den D-Trakt und ohne den Altbau (belegt durch die Calenberger Schule).

 

Erich Kästner-Schulzentrum

 

Angesichts der deutlich gestiegenen Schülerzahlen und der prognostizierten Weiterentwicklung werden der Oberschule und dem Gymnasium mittelfristig in der Spitze zusammen bis zu ca. 19 AUR fehlen. Nach dem Jahr 2021 sollte der Raumbedarf dann allmählich rückläufig werden. Wie in Drucksache 2016/130/1 berichtet, sollten bei anstehenden Planungen für eine bauliche Erweiterung die vorhandenen Raum-Module als Abdeckung der voraussichtlich nur wenigen Spitzenjahre einkalkuliert werden. Beide Schulen benötigen darüber hinaus im Wesentlichen Differenzierungs- und Funktionsräume (Büros). Ferner ist auch wegen der Vergrößerung der Lehrerkollegien für beide Schulen die Situation im Lehrerzimmerbereich zu prüfen und ggs. anzupassen.

 

Albert-Einstein-Schule

 

Wie im Erich Kästner-Schulzentrum führt der zu erwartende Anstieg der Schülerzahlen insbesondere zu einem Zusatzbedarf an AUR sowie an Differenzierungs- und Funktionsräumen. Weil mit den steigenden SuS-Zahlen auch der Umfang des Lehrerkollegiums sowie die Zahl der Schulbegleitungen steigen dürften, ist auch hier eine Prüfung und ggs. Anpassung des Lehrerzimmerbereichs erforderlich.

 

In die Planungen zur Abdeckung der Fehlbedarfe sollte das Gebäude der FöS Am Kiefernweg einbezogen werden.

 

Im Auftrag

 

 

 

Stefan Zeilinger

 

 

Anlagen

 

 

 

 

Glossar:

 

AUR = Allgemeiner Unterrichtsraum

FUR = Fachunterrichtsraum

SuS = Schülerinnen und Schüler

DG = Dachgeschoss

UG = Untergeschoss

FöS = Förderschule

ESS = Eberhard-Schomburg-Schule