Betreff
Kinder- und Jugendhilfeplanung
Hortbedarfsplanung für den Zeitraum 01.08.2015 bis 31.07.2020
Vorlage
2015/029
Art
Mitteilung

Die Fortschreibung der Hortbedarfsplanung beinhaltet eine Bestandsaufnahme der aktuellen Versorgungssituation und die Entwicklung der Zahlen der 4 Grundschuljahrgänge bis zum Schuljahr 2020/21. In die Betrachtung einbezogen sind auch die für das Schuljahr 2015/2016 bereits vorliegenden Hortaufnahmeanträge. Ziel der Planung ist die Sicherung eines unter Berücksichtigung der gültigen Aufnahmekriterien bedarfsgerechten Betreuungsplatzangebotes für die Schülerinnen und Schüler der 1. bis 4. Klassen.

 

Laufendes Betreuungsjahr 2014/2015:

 

Den 1.363 Kindern (+ 11 gegenüber Vorjahr) der vier zu berücksichtigenden Jahrgänge stehen derzeit 380 Hortplätze zur Verfügung. Die Versorgungsquote beträgt 25,2 % (Vorjahr 24,0 %; 2013 = 24,1 %; 2012 = 21,2 %; 2011 = 19,5 %; 2010 = 16,2 %).

 

Darüber hinaus wird das insbesondere für die Viertklässler, die nicht mehr für einen Hortplatz berücksichtigt werden konnten, im Jugendtreff „Alte Penne“ in Ingeln‑Oesselse (11 Kinder) und in der „Quatschkiste“ in Laatzen‑Mitte (15 Kinder) eingerichtete Alternativangebot eines betreuten Mittagstisches mit anschließender Hausaufgabenbetreuung sehr gut angenommen. Seit Beginn des Schuljahres 2014/2015 sind mit der „Buchte“ in Rethen (7 Kinder) und in der „Juka“ in Alt‑Laatzen (5 Kinder) zwei weitere Standorte hinzugekommen, die noch über freie Kapazitäten verfügen. Unter Berücksichtigung dieses alternativen Angebotes ergibt sich eine Versorgungsquote von 29,6 %.

 

Tabelle 1:

 

Anzahl 6 - 10jährige

(4 Jahrgänge)

Platzangebot am 01.08.2014

Deckung in %

tatsächliche Belegung 01.08.2014

Alt-Laatzen

140

40

28,6 %

40

Grasdorf

151

70

46,4 %

64

Laatzen-Mitte

490

80

16,3 %

66

Rethen

300

80

26,7 %

80

Gleidingen

139

40

28,8 %

40

Ingeln-Oesselse

143

34

23,8 %

33

 

 

 

 

 

Gesamt

1.363

344

25,2 %

323

 

Nach Ablauf der Anmeldefrist für das Betreuungsjahr 2014/2015 am 01.12.13 lagen zunächst 407 Anmeldungen vor, diesen standen 344 Plätze gegenüber. Am 01.08.2014 wurde das Angebot von 323 Kindern genutzt. Während des Vergabeverfahrens wurden Anmeldungen wieder zurückgezogen (z. B. wegen fehlender Berufstätigkeitsnachweise) oder erfolgte Platzzusagen wurden nicht angenommen. Von 22 angeschriebenen Familien von Viertklässlern haben 14 das Alternativangebot des betreuten Mittagstisches angenommen, die restlichen Kinder sollten ausschließlich auf der Hortplatz‑Warteliste verbleiben.

 

Tabelle 2:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einrichtung

Anmeldungen 01.12.2013

Platzangebot 01.08.2014

tatsächliche Belegung am 01.08.2014

Auslastung

An der Masch/GHS

48

40

40

100,0 %

Sudewiesenstraße

34

30

26

  86,7 %

St. Marien

43

40

38

  95,0 %

Thomaskindergarten

21

20

13

  65,0 %

Wülferoder Straße**

34

40

38

  95,0 %

Brucknerweg

23

20

15

  75,0 %

Rethen "Im Park"

23

20

20

100,0 %

Rethen "Die Insel"

19

20

20

100,0 %

Familienzentrum

22

20

20

100,0 %

Sehlwiese

30

20

20

100,0 %

Gleidingen/GS

63

40

40

100,0 %

Barmklagesweg

42

30

30

100,0 %

St. Nicolai*

5

 4

 3

   75,0 

Insgesamt

407

344

323

  93,9 %

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

        *   in dieser Einrichtung besuchen Kinder eine altersübergreifende Gruppe

          ** neue Hortgruppe seit 01.08.2014

 

Zum regulären Kündigungstermin am 31.01.2015 wurden 3 Kinder abgemeldet, ein Platz konnte neu vergeben werden, so dass aktuell 321 Kinder in den Hortgruppen betreut werden.

 

Betreuungsjahr 2015/2016:

 

Nach Ablauf der Anmeldefrist stellt sich die Bedarfssituation für das kommende Betreuungsjahr 2015/2016 wie folgt dar:

 

 

Tabelle 3:

 

 

 

 

 

Platzangebot am 01.08.2015

(reguläre Gruppen + Kleingruppen)

Anmeldungen am 01.12.2014

in % der Kinderzahl der 6- bis 10jährigen

Stadtteil

Alt-Laatzen

40

55

37,2

Grasdorf

60 + 10

73

51,4

Laatzen-Mitte

80

77

14,4

Rethen*

100

118

39,2

Gleidingen**

60

56

38,1

Ingeln-Oesselse

30

47

32,9

 

 

 

 

Gesamt

380

426

30,1

 

      *   neue Hortgruppe zum 01.08.2015 in der ev. Kita Im Park durch Umwandlung einer

           bisherigen Kindergartengruppe.

      **  neue Hortgruppe gem. Ratsbeschluss vom 11.12.2014 (Drucksache 2014/318).

 

 

Tabelle 4 gliedert die Anmeldungen nach Alter bzw. Klassenstufen auf:

 

Verteilung der Anmeldungen nach Klassenstufen

Stadtteil

1. Klasse

2. Klasse

3. Klasse

4. Klasse

Gesamt

davon Eltern nicht berufstätig

Alt-Laatzen

17

13

15

10

55

3

Grasdorf

22

19

20

12

73

1

Laatzen-Mitte

27

22

18

10

77

3

Rethen

36

33

32

17

118

3

Gleidingen

19

16

13

8

56

4

Ingeln-Oesselse

17

18

6

6

47

2

Gesamt

138

121

104

63

426

16

in % aller angemeldeten Kinder

32,4

28,4

24,4

14,8

100,0

in % der Kinder des Jahrgangs

38,4

34,6

28,0

18,9

30,1

 

Es ist festzustellen, dass der Trend der vergangenen Jahre fortbesteht und der Bedarf trotz des Ausbaus des schulischen Angebotes im Rahmen der offenen Ganztagsschule nochmals leicht angestiegen ist (+ 19 Kinder). In den letzten sieben Jahren ist die Nachfrage um 92 % gestiegen (von 223 Anmeldungen für das Betreuungsjahr 2008/2009 auf nunmehr 426). Im gleichen Zeitraum wurden 214 neue Hortplätze geschaffen (+ 128,9 %), d. h. das Angebot wurde mehr als verdoppelt.

 

Mittelfristige Entwicklung:

 

Die Entwicklung der Kinderzahlen bis 2020/21 kann der nachfolgenden Tabelle 5 entnommen werden. Die Daten basieren auf der Schülerstatistik (Stand: 22.09.2014) und der Schulanfängerstatistik (Stand 20.11.2014/nur „Muss‑Kinder“).

 

 

Tabelle 5:

Kinderzahl 6 - 10jährige (4 Grundschuljahrgänge)

 

2014/15

2015/16

2016/17

2017/18

2018/19

2019/20

2020/2021

Alt-Laatzen

140

148

158

162

170

173

184

Grasdorf*

151

142

121

101

103

103

103

Laatzen-Mitte

490

533

572

583

583

569

548

Rethen

300

301

306

296

289

271

256

Gleidingen

139

147

151

153

146

144

142

Ingeln-Oesselse

143

143

143

142

124

114

108

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesamt

1.363

1.414

1.451

1.437

1.415

1.374

1.341

Differenz zur Vorjahres-Prognose

-16

-5

+28

+8

+34

+49

-

 

*In der Praxis werden für die Grasdorfer Grundschule durchschnittlich pro Jahrgang 13 Ausnahmegenehmigungen erteilt. Diese sind in der nachfolgenden Tabelle berücksichtigt, da hierdurch eine erhöhte Hortnachfrage in Grasdorf ausgelöst wird.

 

 

Tabelle 5a:

 

2013/14

2014/15

2015/16

2016/17

2017/18

2018/19

2019/20

Grasdorf

151

155

147

140

155

155

155

 

 

Gegenüber der Vorjahresprognose mussten die Schülerzahlen für die Jahre 2014/15 und 2015/16 leicht nach unten und für die folgenden Planungsjahre nach oben korrigiert werden. Bei gleichbleibender Beschäftigungslage und einer stabilen Bevölkerungsentwicklung durch Zuwanderungsgewinne ist in den kommenden Jahren ein weiterer Anstieg der Nachfrage nach Betreuungsangeboten nicht auszuschließen.

 

Die zukünftige Nachfrage wird aber auch von der weiteren Entwicklung des Ganztagsschulausbaus und der Möglichkeit der Einrichtung ergänzender (Hort‑) Betreuungsangebote im Kontext des schulischen Ganztagsangebotes im Zusammenhang mit der angekündigten Reform des Kindertagesstättengesetzes beeinflusst werden. Es ist davon auszugehen, dass Eltern vermehrt Angebote annehmen werden, die eine verlässliche Betreuung nach dem Ende der nachmittäglichen schulischen (Unterrichts‑) angebote und in den Ferien garantieren, sofern auch die Betreuungsqualität durch geeignetes Fachpersonal sichergestellt wird. Der Ausbau solcher Modelle sollte, den Fortbestand einer angemessenen finanziellen Förderung durch das Land vorausgesetzt, Vorrang haben. Die Vorlage des neuen Gesetzentwurfs soll im Laufe des Jahres erfolgen, 2016 soll das Gesetz in Kraft treten.

 

Grundsätzlich wird bei der Vergabe der Plätze, sofern die Aufnahmekriterien erfüllt sind, nach der Klassenstufe verfahren. Vorrangig werden Erst‑ und Zweitklässler berücksichtigt. Bei nicht ausreichendem Platzangebot werden unter Berücksichtigung der im Regelfall größeren Selbstständigkeit den Viertklässlern und ‑ sofern im Einzelfall erforderlich ‑ den Drittklässlern die betreuten Mittagstische im Rahmen erweiterter Öffnungszeiten in den städtischen Kinder‑ und Jugendtreffs angeboten. Vor dem Hintergrund der o. g. Anmeldezahlen ergibt sich zum 01.08.2015 in den einzelnen Stadtteilen folgende Situation:

 

Alt-Laatzen

 

Voraussichtlich können die Viertklässler keinen Hortplatz erhalten. Allerdings stehen auch noch fünf Berufstätigkeitsnachweise aus. Den Betroffenen kann das seit dem 01.08.2014 in der „JuKa“ bestehende niedrigschwellige Betreuungsangebot angeboten werden. Das Mittagessen können die Kinder in der Mensa der Grundschule Rathausstraße einnehmen.

 

Laatzen-Mitte

 

Alle angemeldeten Kinder können aufgenommen werden, sofern die Aufnahmekriterien erfüllt sind. Die nicht in der Kita Wülferoder Straße berücksichtigten Kinder können auf die beiden anderen Horte im Stadtteil ausweichen. Zudem besteht auch die Möglichkeit, im Thomaskindergarten einen integrativen Hort einzurichten und Schulkinder mit einer Behinderung aufzunehmen.

 

Grasdorf

 

Nach der jetzigen Situation können voraussichtlich drei Viertklässler nicht aufgenommen werden. Diese könnten jedoch das fußläufig erreichbare Betreuungsangebot in der „Quatschkiste“ in Anspruch nehmen.

 

Rethen

 

Trotz der kurzfristigen Erweiterung des Platzangebotes auf 100 Betreuungsplätze durch die Umwandlung einer Kindergartengruppe in der ev. Kita „Im Park“, können die Viertklässler nach derzeitigem Stand voraussichtlich bei der Platzvergabe nicht berücksichtigt werden. Den Betroffenen kann alternativ jedoch das seit dem 01.08.2014 in der „Buchte“ bestehende niedrigschwellige Betreuungsangebot angeboten werden.

 

Gleidingen

 

Durch die bereits vom Rat beschlossene Einrichtung einer weiteren Hortgruppe stehen zum neuen Betreuungsjahr 60 Plätze in Gleidingen zur Verfügung. Somit können alle angemeldeten Kinder, deren Eltern die Aufnahmekriterien erfüllen, einen Betreuungsplatz erhalten. Unter den 56 angemeldeten Kindern befinden sich auch vier, bei denen mindestens ein Elternteil nicht berufstätig ist, so dass im Falle einer Nichtaufnahme dieser Kinder bis zu acht Plätze an Kinder aus anderen Stadtteilen vergeben werden könnten.

 

Ingeln‑Oesselse

 

Laut Rückmeldung der beiden Kindertagesstätten können die 12 Dritt‑ und Viertklässler nicht aufgenommen werden. Diese Schülerinnen und Schüler können an dem seit drei Jahren im Kinder‑ und Jugendtreff „Alte Penne“ bestehenden Betreuungsangebot teilnehmen. Die Mittagessenversorgung wird über die benachbarte Kindertagesstätte sichergestellt. Sofern darüber hinaus noch einige Zweitklässler nicht aufgenommen werden könnten (z. Zt. gibt es noch einen rechnerischen Überhang von fünf Kindern; allerdings stehen u. a. noch Arbeitsnachweise aus. Erfahrungsgemäß werden auch einige Anmeldungen im Laufe des Vergabeverfahrens wieder zurückgezogen), besteht voraussichtlich die Möglichkeit, diese Kinder auch in Gleidingen zu betreuen. Hierzu ist die Einrichtung eines Fahrdienstes, der die Kinder nach Schulschluss in den Hort transportiert, erforderlich.

 

Im Auftrag

 

 

 

Thomas Schrader