Betreff
Kinder- und Jugendhilfeplanung
Hortbedarfsplanung für den Zeitraum 01.08.2014 bis 31.07.2019
Vorlage
2014/060
Art
Mitteilung

Gesamtsituation im Stadtgebiet

 

Die Fortschreibung der Hortbedarfsplanung beinhaltet eine Bestandsaufnahme der aktuellen Versorgungssituation und die Entwicklung der Zahlen der 4 Grundschul­jahrgänge bis zum Jahr 2019/20. In die Betrachtung einbezogen sind auch die für das Schuljahr 2014/2015 bereits vorliegenden Hortaufnahmeanträge. Ziel der Planung ist die Sicherung eines unter Berücksichtigung der gültigen Aufnahmekriterien bedarfsgerechten Betreuungsplatzangebotes für die Schülerinnen und Schüler der 1. bis 4. Klassen.

 

Den 1.352 Kindern der vier zu berücksichtigenden Jahrgänge stehen zum 01.08. 344 Hortplätze zur Verfügung. Die Versorgungsquote beträgt 24,0 % (Vorjahr 24,1 %; 2012 = 21,2 %; 2011 = 19,5 %; 2010 = 16,2 %).

 

Darüber hinaus wird das insbesondere für die Viertklässler, die nicht mehr für einen Hortplatz berücksichtigt werden konnten, im Jugendtreff „Alte Penne“ in Ingeln‑Oesselse (13 Kinder) und in der „Quatschkiste“ in Laatzen‑Mitte (16 Kinder) eingerichtete Alternativangebot eines betreuten Mittagstisches mit anschließender Hausaufgabenbetreuung sehr gut angenommen.

 

 

Tabelle 1:

 

Anzahl 6 - 10jährige

(4 Jahrgänge)

Platzangebot am 01.08.2013

Deckung in %

tatsächliche Belegung 01.08.2013

Alt-Laatzen

149

40

26,8%

40

Grasdorf

  173*

70

40,5%

70

Laatzen-Mitte

481

60

12,5%

59

Rethen

299

80

26,8%

80

Gleidingen

131

40

30,5%

40

Ingeln-Oesselse

119

34

28,6%

31

 

 

 

 

 

Gesamt

1352

324

24,0%

320

 

Nach Ablauf der Anmeldefrist für das Betreuungsjahr 2013/2014 am 01.12.12 lagen 371 Anmeldungen vor, diesen standen 324 Plätze gegenüber. Am 01.08.2013 wurde das Angebot für 320 Kinder genutzt. Während des Vergabeverfahrens wurden Anmeldungen wieder zurückgezogen (z. B. wegen fehlender Berufstätigkeitsnachweise) oder erfolgte Platzzusagen wurden nicht angenommen. Von 18 angeschriebenen Familien von Viertklässlern haben zehn das Alternativangebot des betreuten Mittagstisches angenommen, die restlichen Kinder sollten auf der Warteliste verbleiben.

 

Tabelle 2:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einrichtung

Anmeldungen 01.12.2012

Platzangebot 01.08.2013

tatsächliche Belegung am 01.08.2013

Auslastung

An der Masch/GHS

47

40

40

100,0%

Sudewiesenstraße

35

30

30

100,0%

St.Marien**

32

40

40

100,0%

Thomaskindergarten

17

20

19

  95,0%

Wülferoder Straße

32

20

20

100,0%

Brucknerweg

21

20

20

100,0%

Rethen "Im Park"

22

20

20

100,0%

Rethen "Die Insel"

22

20

20

100,0%

Familienzentrum

21

20

20

100,0%

Sehlwiese

28

20

20

100,0%

Gleidingen/GS

52

40

40

100,0%

Barmklagesweg

35

30

27

  90,0%

St. Nicolai*

7

 4

 4

100,0% 

Insgesamt

371

324

320

  98,8%

*  in dieser Einrichtung besuchen Kinder eine altersübergreifende Gruppe

** neue Hortgruppe seit 01.08.2013

 

Zum regulären Kündigungstermin am 31.01.2014 wurden 16 Kinder abgemeldet, 13 Plätze konnten neu vergeben werden, so dass aktuell 317 Kinder in den Hortgruppen betreut werden. Dies entspricht einer Auslastung von 97,8 Prozent. 7 Plätze sind nicht belegt.

 

Nach Ablauf der Anmeldefrist stellt sich die Bedarfssituation für das kommende Betreuungsjahr 2014/2015 wie folgt dar:

 

 

Tabelle 3:

 

 

 

 

 

Platzangebot am 01.08.2014

(reguläre Gruppen + Kleingruppen)

Anmeldungen am 01.12.2013

in % der Kinderzahl der 6- bis 10jährigen

Stadtteil

Alt-Laatzen

40

48

30,8

Grasdorf

60 + 10

77

51,0

Laatzen-Mitte

80

78

15,6

Rethen

80

96

30,2

Gleidingen

40

63

48,5

Ingeln-Oesselse

34

47

30,9

 

 

 

 

Gesamt

344

409

29,7

 

Tabelle 4 gliedert die Anmeldungen nach Alter bzw. Klassenstufen auf:

 

Verteilung der Anmeldungen nach Klassenstufen

Stadtteil

1. Klasse

2. Klasse

3. Klasse

4. Klasse

Gesamt

davon Eltern nicht berufstätig

Alt-Laatzen

13

15

13

7

48

4

Grasdorf

21

28

16

12

77

1

Laatzen-Mitte

24

19

28

7

78

7

Rethen

30

33

20

13

96

4

Gleidingen

23

16

18

6

63

5

Ingeln-Oesselse

26

9

5

7

47

0

Gesamt

137

120

100

52

409

21

in % aller angemeldeten Kinder

33,5

29,3

24,4

12,7

100,0

in % der Kinder des Jahrgangs

39,5

33,7

33,2

14,9

29,7

 

Es ist festzustellen, dass der Trend der vergangenen Jahre fortbesteht und der Bedarf trotz des Ausbaus des schulischen Angebotes im Rahmen der offenen Ganztagsschule weiter ansteigt. In den letzten sechs Jahren ist die Nachfrage um 83 % gestiegen (von 223 Anmeldungen für das Betreuungsjahr 2008/2009 auf nunmehr 409). Im gleichen Zeitraum wurden 174 neue Hortplätze geschaffen (+ 102,4 %), d. h. das Angebot wurde mehr als verdoppelt.

 

Die Entwicklung der Kinderzahlen bis 2019/20 können der nachfolgenden Tabelle 5 entnommen werden. Die Daten basieren auf der Schülerstatistik (Stand 22.08.2013) und der Schulanfängerstatistik (Stand 01.10.2013 / nur „Muss‑Kinder“).

 

Tabelle 5:

Kinderzahl 6-10jährige (4 Grundschuljahrgänge)

 

2013/14

2014/15

2015/16

2016/17

2017/18

2018/19

2019/20

Alt-Laatzen

149

156

156

165

179

176

182

Grasdorf

 173*

138

130

110

90

102

101

Laatzen-Mitte

481

501

543

559

576

558

532

Rethen

299

318

310

313

300

283

262

Gleidingen

131

130

143

142

145

144

140

Ingeln-Oesselse

119

136

137

134

139

118

108

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesamt

1352

1379

1419

1423

1429

1381

1325

 

*In der Praxis werden für die Grasdorfer Grundschule durchschnittlich pro Jahrgang 13 Ausnahmegenehmigungen erteilt. Diese sind in der nachfolgenden Tabelle berücksichtigt, da hierdurch eine erhöhte Hortnachfrage in Grasdorf ausgelöst wird.

 

Tabelle 5a:

2013/14

2014/15

2015/16

2016/17

2017/18

2018/19

2019/20

Grasdorf

173

151

156

149

142

154

153

 

Aufgrund von Wanderungsgewinnen mussten die Schülerzahlen insgesamt für alle Planungsjahre gegenüber der Vorjahresprognose nach oben korrigiert werden. Die Spanne reicht dabei von + 27 bis + 55 Kinder. Bis 2017/18 steigen die Schülerzahlen um insgesamt 77 Kinder an, danach sinken sie deutlich um fast 100 Kinder ab. Bei gleichbleibender Beschäftigungslage und einer stabilen Bevölkerungsentwicklung durch Zuwanderungsgewinne ist in den kommenden Jahren mit einem weiteren Anstieg der Nachfrage nach Betreuungsangeboten zu rechnen. Allerdings muss dies nicht zwangsläufig zu einer weiteren Nachfrage nach zusätzlichen Hortplätzen führen. Vielmehr sollten in Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung des Ganztagsschulaus­baus und möglicher neuer Hortbetreuungsmodelle im Zusammenhang mit der geplanten Reform des Kindertagesstättengesetzes, ergänzende Betreuungsangebote im Kontext des schulischen Ganztagsangebotes in den Blickpunkt genommen werden. Es ist davon auszugehen, dass Eltern vermehrt Angebote annehmen werden, die eine verlässliche Betreuung nach dem Ende der nachmittäglichen schulischen (Unterrichts‑) angebote und in den Ferien garantieren, sofern auch die Betreuungsqualität durch geeignetes Fachpersonal sichergestellt wird. Der Ausbau solcher Modelle sollte daher, den Fort­bestand einer angemessenen finanziellen Förderung durch das Land vorausgesetzt, Vorrang haben.

 

Grundsätzlich wird bei der Vergabe der Plätze, sofern die Aufnahmekriterien erfüllt sind, nach der Klassenstufe verfahren. Vorrangig werden Erst‑ und Zweitklässler berücksichtigt, danach folgen die Drittklässler, wobei insbesondere bei den Drittklässlern nicht auszuschließen ist, dass der Erstwunsch nicht berücksichtigt werden kann und eine benachbarte Kindertagesstätte angeboten wird. Diese Vergabepraxis führt dazu, dass die Viertklässler für einzelne noch freie Plätze nur im Wege des Losverfahrens berücksichtigt werden können. Unter Berücksichtigung der im Regelfall größeren Selbstständigkeit wird vorgeschlagen, den Viertklässlern und ‑ sofern erforderlich ‑ den Drittklässlern, betreute Mittagstische im Rahmen erweiterter Öffnungszeiten in den städtischen Kinder‑ und Jugendtreffs anzubieten. Vor dem Hintergrund der o. g. Anmeldezahlen ergibt sich zum 01.08.2014 in den einzelnen Stadtteilen folgende Situation:

 

Alt-Laatzen

 

Voraussichtlich können die Viertklässler nicht alle aufgenommen werden. Zur Lösung des Betreuungsengpasses kann den Betroffenen das in der „Quatschkiste“ in Laatzen‑Mitte bestehende niedrigschwellige Betreuungsangebot angeboten werden. Im Rahmen erweiterter Öffnungszeiten wird hier von montags bis freitags jeweils ab 13.00 Uhr ein pädagogisch betreuter Mittagstisch angeboten. Anschließend können die Kinder ihre Hausaufgaben machen und danach an den nachmittäglichen offenen Angeboten der Einrichtung teilnehmen. Ein Mittagessen könnte alternativ auch in der Jugendkantine in der Grundschule Rathausstraße angeboten werden.

 

Laatzen-Mitte

 

Zum 01.08. wird in der Grundschule Im Langen Feld eine zusätzliche Hortgruppe eingerichtet, sodass ab dann 80 Betreuungsplätze in Laatzen‑Mitte zur Verfügung stehen werden. Sofern die in sechs Fällen noch ausstehenden Berufstätigkeitsnachweise nicht vorgelegt werden, könnten nach derzeitigem Stand noch Kinder aus anderen Schuleinzugsbereichen (Grasdorf; Alt‑Laatzen) aufgenommen werden.

 

Grasdorf

 

Nach der jetzigen Situation können voraussichtlich sechs Viertklässler nicht aufgenommen werden. Diese könnten jedoch das fußläufig erreichbare Betreuungsangebot in der „Quatschkiste“ in Anspruch nehmen.

 

Rethen

 

Sofern in den noch ausstehenden Fällen kein Berufstätigkeitsnachweis vorgelegt wird, können voraussichtlich 12 Viertklässler bei der Platzvergabe nicht berücksichtigt werden. Für diese Kinder wäre die Einführung eines niedrigschwelligen Betreuungsangebotes im Rahmen erweiterter Öffnungszeiten von montags bis freitags jeweils von 13.00 bis 15.00 Uhr im Jugendtreff „Buchte“ möglich. Die Kosten für die hierfür benötigten zusätzlichen Personalstunden belaufen sich auf rund 10.000 Euro jährlich, für 2014 wären dies anteilig 4.100 Euro. Alternativ wäre auch ein betreuter Mittagstisch im Familienzentrum denkbar.

 

Gleidingen

 

Sofern in den noch ausstehenden Fällen keine Berufstätigkeitsnachweise vorgelegt werden, können nach derzeitigem Stand voraussichtlich 18 Dritt‑ und Viertklässler bei der Platzvergabe nicht berücksichtigt werden. Vorgesehen ist die Einrichtung eines niedrigschwelligen Betreuungsangebotes im Jugendtreff „Jott“ nach dem Vorbild der in der Quatschkiste und in der Alten Penne in Ingeln‑Oesselse bestehenden Angebote. Das Mittagessen könnten die Kinder vorher in der Kindertagesstätte einnehmen. Der Elternschaft wurde im Rahmen eines Informationsabends in der Grundschule Gleidingen am 3. Februar diese Planung vorgestellt. Die erforderlichen Haushaltsmittel stehen im Haushalt 2014 zur Verfügung.

 

Ingeln‑Oesselse

 

Laut Rückmeldung der beiden Kindertagesstätten können insgesamt 13 Dritt‑ und Viertklässler nicht aufgenommen werden. Diese Schülerinnen und Schüler können an dem seit zwei Jahren im Kinder‑ und Jugendtreff „Alte Penne“ bestehenden Betreuungsangebot teilnehmen. Das Angebot wird gut angenommen, z. Zt. nehmen 13 Kinder daran teil. Die Mittagessenversorgung wird weiterhin über die benachbarte Kindertagesstätte sichergestellt.

 

Im Auftrag

 

 

 

Thomas Schrader