BezeichnungInhaltBezeichnungInhalt
Name:2012/333  
Art:Beschlussvorlage  
Datum:15.11.2012  
Betreff:Ehrenmal in Alt-Laatzen
Untergeordnete Vorlage(n) 2012/333/1
  2012/333/2
  2012/333/4
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Sachverhalt:

 

Das ursprünglich 1934 in der Zeit des Nationalsozialismus erbaute Ehrenmal am Rande des Alt-Laatzener Parks, gestaltet mit einem Schwert mit der Inschrift „Treue und Treue“ wird seit Ende des zweiten Weltkrieges u. a. für Feierlichkeiten zum Volkstrauertag genutzt. Das Schwert versucht zudem die Symbolik des christlichen Kreuzes zu missbrauchen.

 

Ursprünglich diente das Mahnmal der Vorbereitung eines Angriffskrieges. Die Gefallenen und das Gedenken an sie wurden hierzu lediglich instrumentalisiert. Beides wird durch den Zeitpunkt der Errichtung und den Verzicht auf eine Nennung der zu Betrauernden offenbar.

 

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird der Gefallenen der beiden Weltkriege im Schatten dieses Mahnmals der menschenverachtenden Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten gedacht sowie für Frieden, Freiheit und Verständigung der Völker gesprochen.

 

In der übrigen Zeit entfalten der Schriftzug „Treue um Treue“ und die an ein Kreuz erinnernde Gestaltung des Schwertes unkommentiert ihre Wirkung.

 

Auch wenn die Worte schon weit vor 1933 bekannt waren - vermutlich mit Ursprung in Detlev von Liliencrons Gedicht „Gute Nacht“ (1906) -, so bleibt doch die Verwendung der Worte als Wahlspruch u. a. von SS-Verbänden am stärksten in Erinnerung.

 

Das Ehrenmal jedoch, nachdem bereits nach dem Krieg das Hakenkreuz entfernt wurde, nun einfach um das Schwert mit dem strittigen Schriftzug zu erleichtern und ansonsten zu belassen, kann keine Lösung sein, die auf Dauer tragfähig wäre.

 

Daher wird nach dem Motto „Schwerter zu Pflugscharen“ vorgeschlagen, Material des Denkmals umzuformen und für ein wahres Gedenken zu nutzen. Ideal ist dazu der neue zentrale Ort am Grasdorfer Ehrenmal, der dadurch auch eine intensive Aufwertung erfährt.

 

Ein anschließender Rückbau erlaubt eine Aufwertung des Ensembles rund um den Park.

 


Beschlussvorschlag:

 

·      Die Stadt Laatzen wird die Denkmalwürdigkeit der Gedenkstätte im Park Alt-Laatzen mit dem Ziel einer Löschung als Baudenkmal überprüfen.

·      Nach einer Löschung soll das Bauwerk zurückgebaut, das Material der Bronzeausstattungen eingeschmolzen und für eine Ausstattung  für eine zentrale Gedenkstätte in Grasdorf verwendet werden.

·      Dort sollen künftig die Feierlichkeiten zum Volkstrauertag für die Ortsteile Alt-Laatzen, Laatzen-Mitte und Grasdorf zentral stattfinden.

·      Die Verwaltung wird gebeten, einen Entwurf zur Umgestaltung einer zentralen Gedenkstätte in Grasdorf zu erarbeiten.